Gemeinsam mit den Referenten ging es darum, verschiedene Aspekte zur Sicherheit zu beleuchten und gemeinsam mit dem Publikum zu diskutieren. Nationalrat Reto Nause liess es sich nicht nehmen, einleitend einige Sätze zum Engagement und Wirken von Bundesrätin Viola Amherd zu verlieren. Es sei eine bewegte Zeit, aber eine gute. Für eine starke politische Mitte werde es immer Platz geben in diesem Land, war er überzeugt. Er wies auf die grosse Gefahr von Parallelwelten und die beängstigende Geschwindigkeit der Radikalisierung hin. Die Behörden seien in den letzten Jahren fast durchgehend im Krisen-Modus und die Prognose bezüglich Sicherheit sei leider düster.
Der Polizeikommandant konnte sich den Aussagen seines Vorredners anschliessen. Diskutiert wurde unter anderem ein allfälliger Blackout als angsteinflössendes Szenario. Insgesamt werde die Sicherheitslage gemäss Reto Cavelti volatiler und die Straftaten seien in den letzten Jahren stark angestiegen. Freiheit, Demokratie und Sicherheit seien keine Selbstläufer. Es lohne sich, sich für diese Werte einzusetzen und darin zu investieren. Mit einem Polizisten pro 610 Einwohner liege Appenzell Ausserrhoden noch unter dem Schweizer Durchschnitt von 467 Einwohner, allerdings sei die Entwicklung auch für die Sicherheitskräfte im Kanton herausfordernd und es komme hinzu, dass das Gesetz immer mehr Aufgaben vorgebe.
Als Kommandant der Berufsunteroffiziersschule wies Reto Albert auf die grossen Einflüsse der Demographie, der Urbanisierung, des Klimawandels und der Digitalisierung hin. Er schilderte die Entwicklung des Weltgeschehens in Bezug auf die Sicherheit und betonte, dass die Ausgewogenheit und Verträglichkeit unserer demokratischen Entscheide ein Privileg seien. Das Milizsystem der Armee sei ein hervorragendes System, da die Militärangehörigen einen guten Rucksack mit Bildung und Erfahrung aufbauen könnten. Problematischer sei das fehlende Material für die ausgebildeten Truppen. Das Ziel sei es daher, bis im Jahr 2030 mindestens 1% des Bruttoinlandproduktes zu investieren. Doch es sei anspruchsvoll, politische Mehrheiten zu finden und der Entscheid liege letztlich beim Parlament.
Die Gäste des Themenabends folgten den Referaten gespannt und nutzten die Gelegenheit, um anschliessend direkt Fragen an die drei Fachleute zu stellen. Die Diskussion bezog sich dabei auf regionale, nationale oder auch weltpolitische Themen. Genau drei Jahre nach Beginn des Ukraine-Kriegs ist leider keine sicherheitspolitische Stabilisierung absehbar und es bleibt nur ein sorgenvoller Blick in die Zukunft. Das Thema Sicherheit geht alle etwas an.